Texte

Auf dieser Seite finden Sie Texte und Präsentationen von mir zu verschiedenen philosophischen Themen. Teilweise handelt es sich um Originalbeiträge, teilweise um Vorversionen bereits publizierter Texte.

Sollte hier keine vollständige Liste erscheinen, klicken Sie rechts bitte auf 'reset'!

Alle Texte und Foliensätze stehen als Download zur Verfügung. Sie finden den Link jeweils unter der Zusammenfassung.

1 Der moralische Status von Tieren, Lebewesen und der Natur

Der Text enthält systematische Überlegungen zum moralischen Status von Tieren, Lebewesen und der Natur insgesamt. Er hat die Form eines Handbuchartikels. Ausgehend von der Frage, was ein moralischer Status ist, wird gezeigt, wie man unterschiedliche Positionen in diesen Fragen konzipieren und begründen kann. Generell ist es ein Problem in der Philosophie, dass durch eine unreflektierte (und daher nicht alternativlose) Verengung des Bereichs des moralisch Relevanten z. B. Tierethiken vertreten werden, die keine vernünftige Position in der Umweltethik mehr erlauben. Dieser Artikel gibt hier in Form einer Landkarte theoretische Orientierung.

Hier geht es zum [pdf]


2 Neuroenhancement. Zwischen Selbstmanipulation und Manipulation des Selbst

Der Artikel hat zwei Zielrichtungen. Mit Habermas' Überlegungen in "Die Zukunft der menschlichen Natur" soll für anthropologische und als metaphysisch verschrieene Argumente plädiert werden (z. B. Argumente gegen "Unikatismus", die auf Vorstellungen über das Wesen des Menschen beruhen). Gegen Habermas soll eine "schizophrene" Normativitätskonzeption argumentiert werden: eine des eigentlichen Diskurses und eine Quasinormativität als Präsuppositionen des Diskurses, die nur bei bestimmten Fragen relevant ist. Dann nämlich wenn Geltungsansprüche im Diskurs irreduzibel uneinlösbar bleiben, aber gesellschaftlich als bedrohlich anzusehen sind.

Hier geht es zum [pdf]


3 David Hume

David Hume war kein Bioethiker, wohl aber ein Ethiker bzw. Moralphilosoph. Dennoch kann man zeigen, dass seine Philosophie in der Medizinethik und generell in der Angewandten Ethik konstruktiv ist. Der Artikel ist ein Versuch, Hume als Bioethiker zu rekonstruieren. Bei Hume sind seine Art zu philosophieren und seine Biografie miteinander verwandt. Er gilt oft als Skeptiker. In seiner Ethik ist der Vernunftbegriff wichtig, der Begriff des moralischen Gefühls, das Humesche Gesetz, seine Konzeption von Universalität moralischer Geltung, sein Kulturalismus und seine Konzeption menschlicher Würde. Diese Elemente machen Hume methodisch, systematisch und historisch bedeutsam in der Bioethik. Dementsprechend hat David Wiggins seinem Ansatz ein eigenes Themenheft im Jornal of Medicine and Philosophy gewidmet.

Hier geht es zum [pdf]


4 David Hume, Prinzipien der Moral (Foliensatz)

Historisch ausgerichtete Einführung in die Ethik am Beispiel der "Prizipien der Moral" (David Hume, Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, Ditzingen: Reclam, 1984). Hume diskutiert in der Schrift seinen Ethikansatz erneut und konzentriert sich auf den Gegensatz zwischen "Rationalisten" und "Sentimentalisten". Diskutiert wird das Problem der Universalität moralischer Geltung im Kontext einer empiristischen Ethik und das Problem des Hedonismus. Wie gehen in seiner Ethik das moralische Gefühl und Gerechtigkeitssinn zusammen? Der Foliensatz ergänzt die Auseinandersetzung mit dem Text. Einige Folien orientieren sich an der Hume-Rekonstruktion bei Broad (Charles D. Broad, Five Types of Ethical Theory).

Hier geht es zum [pdf]


5 Emotionen in der Ethik. Eine symbolistische Konzeption ihrer konzeptionellen und konstitutiven Funktion

Platon bestimmt die individuelle Gerechtigkeit so, dass die Vernunft unter Zuhilfenahme der Affekte (Mut) die Begierde kontrollieren muss. Moralische Normen schränken unsere Perversionen ein und richten uns so gerade aus. Dieses Bild von Moral hat sich festgesetzt und wird grundsätzlich von vielen – z. B. auch Kant – geteilt. Andere Autoren – z. B. Aristoteles, Hume – kritisieren es. Immer spielen die Fragen: (1) Was ist Vernunft? (2) Was ist Gefühl? (3) In welchem Verhältnis stehen beide zueinander? eine Rolle. In Ethikansätzen wird eine bestimmte Antwort auf 3 unreflektiert vorausgesetzt und führt zu einer jeweils charakteristischen Konstellation von 1 und 2. Viele unfruchtbare Diskussionen in der Ethik über die Rolle der Emotionen in der Rechtfertigung moralischer Normen und die Konzeption von normativen und motivierenden Gründen schließen sich an diese "Voraussetzung" an. Die traditionellen Ethikansätze sind daher zumeist dogmatisch. Dieses Merkmal wird in dem Artikel als "Symbolische Kommunikation" gedeutet (es gibt jedoch eine ethische und eine metaethische Variante der symbolischen Dimension philosophischer Ethiken).

Hier geht es zum [pdf]


6 Wie viel Wasser enthält der Rubikon der Freiheit? Die Berliner Reden von Johannes Rau und Hubert Markl, Eine Analyse aus philosophischer Sicht

Forschung an embryonalen Stammzellen hat in den letzten Jahren zu einer erbitten Diskussion um Embryonen als Gegenstände medizinischer Forschung geführt. Befürworter und Gegner lassen Bilder sprechen (Das Überschreiten des Rubikons) und sind sich einig in ihrer Auffassung über den Charakter ethischer Grenzen (sie sind Tabus). Die programmatische Reden des Bundespräsidenten Johannes Rau (contra) und der Präsident der Max Planck Gesellschaft Hubert Markl (pro) sollen auf ihre argumentativen Grundlagen hin untersucht werden. So vehement die Diskussion ist, die Analyse der Reden von Rau und Markl zeigt, dass beide die Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Position verweigern. Die beiden zugrunde liegenden Konzeption ethischer Grenzen als nicht empirisch erkennbare Verbote werden von beiden Rednern dazu benutzt einen Antagonismus zwischen der (empirischen) Naturwissenschaft und den (nicht-empirischen) Geisteswissenschaften benutzt. Der Streit ist ein Kampf von Kulturen. Die in Deutschland so zentrale Frage nach dem moralischen Status des Embryos wird von beiden Rednern nicht überzeugend beantwortet. Am Beispiel Kants werden die argumentativen Schwierigkeiten der Benutzung des Würdebebriffes dargestellt und seine Idolisierung in der Diskussion skizziert.

Hier geht es zum [pdf]


7 Philosophische Ethik als symbolische Kommunikation

Praktische Philosophie muss Handelnde praktisch orientieren. Konkretheit ist ein wichtiges Anliegen der Ethik. Aber nicht jede Ethik ist eine Konkrete Ethik. Ludwig Siep entwickelt in seinem gleichnamigen Buch aus Überlegungen zur Praxis unseres Wertens und Bewertens (evaluative Erfahrung) eine Theorie ethischer Begründung, die echter Pluralität und echtem Wertewandel gerecht werden kann. Universalistische Ethiken können das nicht. Der Beitrag geht systematischen Aspekten der Konkreten Ethik nach - insbesondere: Das konzeptionelle Verhältnis zwischen pluraler und variabler Werterfahrung und Normen bleibt systematisch unterbestimmt. Werte können sich ändern, Werterfahrungen können sich ändern. In der Ethik stellt sich die Frage, was von beidem normativ ausschlaggebend ist. Aber dieser Punkt in Ethiken ist nur durch (epistemische, ontologische und normative) Symbolizität klar zu erfassen.

Hier geht es zum [pdf]


8 Versuch einer Rechtfertigung der Sklaverei (Foliensatz)

Kann Sklaverei gerechtfertigt werden? Kann Selbstversklavung gerechtfertigt werden? – Zwar ist die Antwort klar "Nein!", aber sie fällt längst nicht so einfach aus, wie man vermutet. Schon in der Antike wurde versucht Sklaverei zu rechtfertigen (Aristoteles, Platon). Diese Rechtfertigungen sind fundamental widersprüchlich. In der Tradition setzen sich diese Widersprüche fort (Augustinus, Thomas von Aquin) und noch Jean Bodin ist unentschieden. Oft ist das theoretische Problem der Tatsache geschuldet, dass es Sklaverei gibt und man faktisch nicht umhin kann sie theoretisch zu akzeptieren. Es wird im vorliegenden Beitrag der Versuch unternommen zu verstehen, inwiefern Sklaverei gerechtfertigt ist und inwiefern nicht. Eine Differenzierung des Autonomiebegriffes scheint notwendig. Denn manche Dinge (Steuern) werden von manchen (Libertaristen) schon subjektiv als Versklavung erlebt, ohne es objektiv zu sein. Marxisten neigen dazu Lohnarbeit als Sklaverei anzusehen. Beide diskreditieren durch diese Identifizierung, das was viele als unproblematisch ansehen. Aber es muss theoretisch natürlich als offene Frage erachtet werden, ob Steuern oder Lohnarbeit Versklavungsinstrumente sind (oder nicht).

Hier geht es zum [pdf]


9 Science, Aesthetics, Ethics. Some Implications of Renaissance Discussions of Artistic Theory for Understanding Ethical Theory

Gertrude Elisabeth Margaret Anscombe unterscheidet zwichen moderner und vormoderner Ethik. Der vorliegende Beitrag geht dieser philosophie-historischen Veränderung nach. Ein Merkmal vormoderner Ethiken, die alle Tugendethiken sind ist, dass die Bewertung von Handlungen und die Begründung einer solchen Bewertung nur als Verweis auf den Zustand (hexis) der Seele. Handlungen sind "Symbole" für die Tugend einer Person. Insofern sie Tugendhaftigkeit als objektive evaluative Eigenschaft von Personen symbolisieren bedarf es eines interpretatorischen Verfahrens, um subjektive Vorstellungen (Motive) zu rechtfertigen. Für diese Interpretation ist eine Moralpsychologie notwendig. In der Entwicklung zur modernen Ethik verschwindet mit dem Symbolismus in der Ethik auch die rechtfertigungstheoretische Relevanz der Moralpsychologie. Diese Entwicklung beginnt zunächst in der Kunsttheorie und wird schnell von der Ethik aufgegriffen: objektive evaluative Eigenschaften offenbaren sich selbst in der subjektiven Erfahrung. In unterschiedlicher Weise greifen Alberti, Valla und Hume diese Tendenz zur Desymbolisierung auf.

Hier geht es zum [pdf]


10 Einführung in die Politische Philosophie (Foliensatz)

Der Foliensatz dient der Erschließung des Bandes: "Politische Philosophie heute" von Will Kymlicka (Frankfurt: Campus, 1996). Zum einen zeigt die systematische Einführung wie die verschiedenen Traditionslinien der modernen Politischen Philosophie zusammenhängen. Zum anderen macht Kymlicka deutlich, dass man die Anliegen der Ansätze nicht dogmatisch verstehen darf. Es geht nicht darum um man Anhänger eines Ismus werden soll und die philosophische Diskussion müsste nur klären, welcher der richtige Ismus wäre. Vielmehr geht es darum Aspekte unseres sozialen Daseins in ihrer normativen Struktur zu verstehen: Was ist das Öffentliche, das Private, das Staatliche, das Persönliche? Wie können wir Gerechtigkeit in diesem Beziehungsgeflecht erkennen und herstellen? Politische Philosophie kann so viel abstrakter bestimmt werden als es die ideologischen Diskussionen vorgaukeln.

Hier geht es zum [pdf]


11 Die Sensibilität der Religiösen. Eine kritische Auseinandersetzung mit Habermas Konzeption religiöser Erfahrung

Es gibt die These (1), dass Religiöse für Gerechtigkeitsfragen besonders sensibel sind. Da ihr die Autorität eines einheitlichen Weltbildes fehlt, könnte diese Sensibilität für die möglicherweise prinzipiell instabile Demokratie eine wichtige moralische Ressource sein, die ihren Bestand sichert. Allerdings müsste sich, so die Standardthese, eine solche Ressource säkularisiert zur Geltung bringen. An die Sensibilität der Religiösen richtet sich eine entsprechende Übersetzungsforderung. In Abschnitt 2 wird gezeigt, dass diese Forderung sinnlos und ungerecht ist. Die zu übersetzenden Forderungen der Sensibilität der Religiösen speisen sich aber möglicherweise aus einem besonderen Erfahrungstyp. In Abschnitt 3 wird dieser Erfahrungstyp aus epistemologischer Perspektive systematisch skizziert. Doch selbst wenn religiöse Erfahrung kognitiv ist und die Sensibilität der Religiösen somit eine bessere Welt ermöglichte, passen absolute Erkenntnisquellen nicht in die Demokratie. Das Fazit (4) der Überlegungen ist: Die Demokratie ist auch das Recht von Religiösen und Säkularen auf das Chaos gesellschaftlichen Dissenses selbst in gravierenden moralischen Fragen.
Some say that religious people are outstandingly sensitive to justice (part 1). This sensitivity might be an important moral resource in democratic societies which (as a matter of principle) seem unstable without a unified and authoritative world view. Now, it is a standard that claims of religious resources should be transformed into secular language in parliament. In part 2 I show that this demand is senseless and unjust. But it might be the case that religious claims in public which have to be translated come from a special type of experience of the religious. In part 3 I try to develop two systematic options of this type of experience epistemologically. If religious experience is cognitive the so called sensitivity of the religious in fact might render the world better. But absolute sources of insight are not suitable in democratic discourses. The conclusion in part 4 is: Democracy is the right of the religious as well as of the secular citizen to live together in chaotic dissent, even if it is the chaos of fundamental moral questions.

Hier geht es zum [pdf]


12 Weltarmut und Ethik

Unerträgliches Leid durch Hunger und andere Armutsfolgen sind ein moralisches Problem. In der ethischen Debatte gibt es mit Peter Singer und Thomas Pogge zwei grunsätzliche Diskussionslinien, eine moralische und eine sozialphilosophische. Gemeinsam ist ihnen, dass sie unsere Verantwortung für das Leid zu bestimmen versuchen. Die beiden Diskussionslinien geraten jedoch in ein Dilemma. Bestimmt man Verantwortung moralisch, führt eine Position zur Überforderung der Individuen. Bestimmt man Verantwortung sozialphilosophisch, geht Verantwortung im Kontext globaler Rechtsstrukturen, ökonomischer "Sachzwänge" und moralischer Nachlässigkeit verloren. Das Dilemma kann jedoch gelöst werden, wenn man sich klar macht, dass sich konkrete Bestimmungen unserer individuellen Verantwortlichkeit erst aus einer Bestimmung unseres gemeinschaftlichen Wesens verstehen lässt. Solidarität ist also ein grundlegenderes Konzept als Verantwortung. Ein Dilemma ergibt sich aus dem für die politische Philosophie der Neuzeit kennzeichnenden methodischen Individualismus (unabhängig davon, ob man eher Liberalist [Rawls, Dworkin] oder eher Kommunitarist [Taylor, Walzer] ist).

Hier geht es zum [pdf]


13 Tugend als natürlicher Instinkt

Der Naturbegriff in der Ethik hat seine begründungstheoretische Funktion in der Moderne verloren. Dennoch! Nicht nur Habermas hat neuerdings seine Einschätzung eines evaluativen anthropologischen Naturbegriffes modifiziert; auch der Münster-Tatort in der ARD widmete sich bereits diesem Defizit der modernen Ethik und politischen Philosophie (Zwischen den Ohren, 18. Sept. 2011). Es gibt Gerechtigkeitsprobleme, die aufgrund einer nicht eindeutigen oder eindeutig mehrdeutigen Geschlechtszugehörigkeit entstehen. Intersex ist das Stichwort. In dem Artikel wird deutlich gemacht, dass man in der Ethik einen normativen Naturbegriff benötigt, der sich sowohl epistemisch als auch normativ an dem der Stoa orientiert, ohne naturalistisch fehlschlüssig zu sein oder antipluralistisch.

Hier geht es zum [pdf]


14 patente auf menschliche embryonen?

Patente auf menschliche Embryonen verstoßen gegen die Menschenwürde! Der Bonner Forscher Oliver Brüstle unterlag jüngst vor dem Europäischen Gerichtshof in einer Auseinandersetzung mit Greenpeace. Das Urteil verquickt viele ethische Fragen irrational miteinander.

Hier geht es zum [pdf]


15 Komplexe Loyalitäten, Gibt es professionelle Pflichten im Berufsleben?

Was ist ein Beruf? Seit Platons Politeia ist das Konzept des Berufes ein wichtiger Gegenstand der philosophischen Überlegungen im Bereich der Rechts-, Sozial- und politischen Philosophie. Berufe sind Elemente des gesellschaftlichen Wohlergehens und der individuellen Autarkie in einem sozialen Kontext. Stellt man Überlegungen zur Frabe „Was ist ein Beruf?“ an, muss man zwischen Berufen und Professionen unterscheiden. Denn nicht alle Tätigkeitsfelder im Dienste des Wohlergehens haben der Struktur nach denselben Wertehorizont. Am Beispiel des Unterschiedes zwischen Berufen Kammerberufen kann man diese strukturellen Unterschiede verdeutlichen. Professionalisierung ist ein modernes Phänomen, auch wenn Kammern historisch ihre Wurzeln im Zunftwesen haben. Professionen stehen im Dienste der Freiheit und sind daher auf ein Berufsethos zu verpflichten, das von den Tätigen im Dienste der Profession Respekt vor komplexen Loyalitäten erfordert.

Hier geht es zum [pdf]


16 Tierethik

Wir alle stimmen darüber überein, dass Tierquälerei und Tötung von Tieren ein moralisches Problem sein kann. In der Ethik ist es äußerst problematisch diesen Intuitionen gerecht zu werden, weil moderne Ethik für den Menschen gemacht sind. Die Ausweitung des moralisch Relevanten hat gravierende Folgen. Die Folien gehen diesen Folgen nach. (Weitere Hinweise in Kapitel 3 in: Andreas Vieth, Einführung in die Angewandte Ethik, Darmstadt: WBG 2006.)

Hier geht es zum [pdf]


17 Globalisierungsfolgen. Rom und die philosophischen Schulen des Hellenismus (Skript)

Der Vortrag setzt sich mit der kulturellen und politischen Bedeutung der antiken Philosophenschulen auseinander. Anlass ist eine Gesandtschaft der Athener in Rom. Die Griechen schickten ihre Philosophen in politischer Mission. Die beeindruckten die Römer ebenso wie sie sie brüskierten. Aber die Gesandtschaft war erfolgreich. Das Verhältnis von Philosophie und Öffentlichkeit wird heute und der Anwendungsmetapher (angewandte Ethik, angewandte Philosophie) diskutiert. In der Antike haben alle Philosophenschulen dieses Verhältnis als metaphilosophische Frage der praktischen Orientierung behandelt. Ihre philosophischen Konzepte sind praktische Lebenshaltungen, die es im Lichte philosophischer Theoriebildung ermöglichen in einer oft feindlichen (und gefährlichen) Öffentlichkeit glücklich zu werden. Der Vortrag stellt unterschiedliche Strategien vor.

Hier geht es zum [pdf]


18 Globalisierungsfolgen. Rom und die philosophischen Schulen des Hellenismus (Folien)

Der Vortrag setzt sich mit der kulturellen und politischen Bedeutung der antiken Philosophenschulen auseinander. Anlass ist eine Gesandtschaft der Athener in Rom. Die Griechen schickten ihre Philosophen in politischer Mission. Die beeindruckten die Römer ebenso wie sie sie brüskierten. Aber die Gesandtschaft war erfolgreich. Das Verhältnis von Philosophie und Öffentlichkeit wird heute und der Anwendungsmetapher (angewandte Ethik, angewandte Philosophie) diskutiert. In der Antike haben alle Philosophenschulen dieses Verhältnis als metaphilosophische Frage der praktischen Orientierung behandelt. Ihre philosophischen Konzepte sind praktische Lebenshaltungen, die es im Lichte philosophischer Theoriebildung ermöglichen in einer oft feindlichen (und gefährlichen) Öffentlichkeit glücklich zu werden. Der Vortrag stellt unterschiedliche Strategien vor.

Hier geht es zum [pdf]


19 Einführung in die Philosophische Ethik

Für Informationen folgen Sie bitte diesem Link: ethik.philosovieth.de

Hier geht es zum [pdf]


20 Contra Pros und Contras. Worum geht es eigentlich?

In Großbritannien kann man mittels einer Methode, die den Namen CRISPR–Cas9 trägt, Forschung an Embryonen betreiben. Die Genehmigungsbehörde hat zugestimmt. Man kann dafür (pro) oder dagegen (contra) sein. In Deutschland müsste man aufgrund des Embryonenschutzgesetzes dagegen sein. Denn die Forschung würde gegen das Embryonenschutzgesetz verstoßen. Aber die Frage Pro? oder Contra? ist schon falsch. Pluralität, kann man nicht mit einseitigen Argumenten abtöten.

Hier geht es zum [pdf]


21 Schwangerschaftsethik und social freezing

Google und Facebook wollen im Rahmen einer umfassenden familien – und kinderfreundlichen Unternehmenspolitik auch social freezing für Arbeitnehmerinnen unterstützen. Frauen, die Eizellen entnehmen lassen und einfrieren lassen wollen, um ihren Kinderwunsch später erfolgreiche realisieren zu können, soll diese Maßnahme finanziert werden. Manche werden dies moralisch billigen, andere werden es missbilligen. In der Ethik versucht man diese Moral zu artikulieren und Anforderungen an ihre Begründung zu verstehen. Im Ver- lauf der Darstellung werden auf der Basis einer kruden Schwangerschaftsethik (1) zunächst das Konzept der Übergriffigkeit eingeführt (2) und dann drei Arten der Übergriffigkeit rekonstruiert (3) moralische, (4) soziale und (5) ökonomische. Diese Übergriffigkeiten sind für die moralische Bewertung des social freezing zentral (6), so dass insgesamt die Praxis des social freezing aus Sicht der Ethik moralisch unproblematisch erscheint. Ob sie sich individuell und sozial be- währt, wird vielleicht auch die Überzeugungskraft des Vorbildes moralischer Hazardeure erweisen (7).

Hier geht es zum [pdf]


22 Die Konzeption organischer Prozesse und Strukturen in den naturphilosophischen Schriften des Aristoteles

Plutarch berichtet über ein seltsames Ereignis. Es steht lange vor der Entwicklung der modernen Naturwissenschaft für den Streit der modernen Naturwissenschaft zwischen physikalistischen und anderen wissenschaftlichen Erklärungen. Wissenschaftlichkeit wird heute mit Naturwissenschaftlichkeit gleichgesetzt und Naturwisschenschaften sind nomologisch, ontologisch, epistemologisch, konzeptionell und methodisch die Physik und die Chemie. Diese Engführung ist Unsinn. Das wusste schon Plutarch. Er plädiert für eine wissenschaftstheoretische Pluralität. Eine Naturwissenschaft ist heute die Biologie, aber sie passt nicht in den Bereich der hard-core-Naturwissenschaften. Sie wehrt sich beständig. Das kann man an der Aristotelischen Naturphilosophie, spezieller der Biologie und insbesondere der Embryologie verdeutlichen. Es ist dabei wichtig, dass Aristoteles wissenschaftstheoretisch lehrreich ist, gerade weil wir heute viele seiner naturphilosophischen Theorien für Unsinn erachten. Das ist richtig, aber die Wissenschaftstheorie des Aristoteles ist nicht deshalb falsch. Die Arbeit versucht die aristotelische Embryologie des 'Ein Mensch zeugt einen Menschen' unter Verweis auf seine Konzeption der teleologischen Erklärung und der Elementenlehre (im Gegensatz zur Atomlehre anderer antiker Philosophen) nachzuvollziehen. Seine Schriften wirken befremdlich und skurril. Aber sie sind nicht deshalb kritikwürdig. Sie sind kritikwürdig, weil Aristoteles den selben Fehler macht, wie seine antiken Gegner (bspw. die sogenannten Atomisten) und moderne hard-core-Naturwissenschaftler. In schöner literarischer Form entlarvt Plutarch sie als Ideologen: Wissenschaft ist nomologisch, ontologisch, epistemologisch, konzeptionell und methodisch nicht anders zu denken als pluralistisch. Wer Wissenschaft mit Naturwissenschaft gleich setzt und Naturwissenschaft mit dem heutigen 'state of the art' der Physik (und allenfalls noch großzügig die Chemie inkludierend) gleich setzt, kann keinen Begriff von Wissenschaft entwickeln, der informativ ist. Jede Wissenschaft ist alternativ und als solche hat jede eine falsche historische Dimension, die wesentlich zum Verständnis ihrer wirklichen und erfolgreichen Geltung beiträgt.

Hier geht es zum [pdf]